30 Juni, 2015

Italien: Der Vatikan und seine Museen


Ich warne am besten gleich schon zu Beginn: Der Post zum Vatikan ist in etwa so groß, wie mein Eindruck. Also gigantisch. Man weiß einfach nicht wohin man zuerst schauen soll und ich war ganz besonders überwältigt die ganzen Kunstwerke mal in echt zusehen. Wenn man Kunstgeschichte studiert ist Rom sozusagen eines der Nummer 1 Ziele, die man einfach sehen muss. 
Dementsprechend war der zweite Tag auch eine kleine Herausforderung: Hier schon mal der erste Tipp, wir waren um halb 9 auf dem Petersplatz um in den Dom zu kommen. Anstehzeit vielleicht zwei Minuten, als wir wieder rausgekommen sind, ging die Warteschlange um den Domplatz herum. Wir konnten uns richtig viel Zeit lassen im Petersdom, ich war erst einmal total erschlagen, weil alles so enorm groß und einfach alles verziert ist. Seht die Bilder also nicht als Spoiler, ihr müsst euch das einfach selbst ansehen, die Fotos werden euch die Kinnlade eh nicht runterfallen lassen. Die Proportionen sind noch hundertmal gigantischer.

Danach ging es für 7 Euro auf die Kuppel, was ihr euch auch auf keinen Fall entgehen lassen solltet. Die Vatikanischen Gärten haben wir damit von oben gesehen, reingegangen sind wir aber nicht, weil man sie ohne dazugebuchte Tour nicht besichtigen kann. Dafür haben wir dann die Zeit genutzt die letzte Postkarte zu schreiben und sie dann mit der Vatikanischen Post abzuschicken. In der Hoffnung natürlich, dass diese schneller ist als die italienische. Leider hat dann aber der Poststreik einen Strich durch die Rechnung gemacht. War aber schon ganz cool heilige Post zu verschicken, so als running Gag :D 



Ihr kennt ja das mit der Ruhe vor dem Sturm... So war es dann auch mit den Vatikanischen Museen. Wir hatten im Voraus Tickets im Internet bestellt, um die Warteschlange am Eingang zu vermeiden und waren dann auch super schnell drinnen. Übrigens ist der Weg vom Petersdom bis zum Eingang der Museen nicht gerade der kürzeste. Ich hatte mich eigentlich wirklich sehr auf die Museen gefreut, vor allem auf die Sixtinische Kapelle selbstverständlich, aber auch auf die von Raphael ausgemalten Säle. 

Im Endeffekt habe ich mich aber gefühlt, wie in einem Hühnerstall mit Bodenhaltung. Keine Luft, zu viele Menschen und man bekommt nichts von der Atmosphäre mit außer, dass da ganz viele schwitzende, mit Kameras ausgestattete, laute, müde Menschen sind. Und einige Kinder, die sich das ganze genauso antun müssen und dann schreien und quengeln. Und dazu kommen dann noch die Reisegruppen aus aller Welt. Läuft oder? Man marschiert also im Pulk durch die Gänge, wird entweder von Kinderwägen angefahren oder jemand tritt einem in die Ferse. Ich hab' die Vollbremsungen noch nicht erwähnt, wenn jemand plötzlich vor einem stehen bleibt und unbedingt ein Foto machen muss. Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie viel man dann in einem Saal mit hunderten Leuten sieht, also fast gar nichts. Gott sei Dank sind alle Decken bemalt, dann konnte man auch mal "ohhh" und "ahhh" sagen statt "scheisse", "ich hab kein Bock mehr", "Luuuuft" und "wann hört das Ganze hier auf". Von Raphaels Sälen habe ich dementsprechend nicht viel mitbekommen, war einfach zu voll und ich hab mich so bedrängt gefühlt, dass wir dann auch einfach weitergelaufen sind. 

Eine Pause konnte man dann in dem Teil der zeitgenössischen Kunst machen, wenn man mal keine Lust mehr auf Menschen im Nacken hatte. Diese wurde von 90% der Masse ignoriert und damit weiter den Schildern Richtung Sixtinische Kapelle gefolgt. Läuft bei denen. Da waren ja eigentlich echt paar coole Sachen dabei, aber ehrlich gesagt, selbst mir als Kunstgeschichtsstudentin wurde es dann einfach zu blöd. Ich wollte dann auch nur noch die berühmte Kapelle sehen und dann so schnell wie möglich weg. 

Das Gebäude ähnelt viel mehr einer touristischen Massenabfertigung und keinem Museum, aber dazu komme ich jetzt: Man kommt auf die Kapelle zu und dann der erste Blick hinein: "Wow". "Unglaublich wie viele Menschen hier reinpassen". "No photo." "Sir, no photos". "NOOOOOOO PHOOOOOOTOOOOO". Und das ist das was bei mir hängengeblieben ist. Großartig oder? Hunderte Menschen, die mit ihren Handys und iPads unauffällig Fotos machen und dann dieses Rumgeschreie der Security. Sehr andächtige Stimmung in der Kapelle, muss man schon sagen. Aber was will man da meckern - gehört halt zu den Top Ten in Rom, was man sehen sollte. 


Nach meinem Schock in den vatikanischen Museen haben wir uns erst mal auf den Grünflächen erholt. Danach ging es dann weiter mit unserem Hardcore-Kulturtag. Der nächste Post zeigt dann die Gegend an der Piazza del Popolo und die Galleria Borghese mit den Bernini Statuen. Dann gibt's dann auch einen kulinarischen Tipp, nach dem Vatikan gab's nämlich nur ne Cola und ein Stück Vatikan-Pizza unten im Museum. War ganz okay :D

P.S.: Falls das jetzt wirklich jemand bis zum Schluss gelesen hat, dafür gibt's ein Fleißsternchen *! <3

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